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Was versteht man unter Waldorfpädagogik

Was passiert, wenn Sie mit einem 4jährigen Kind an einer Gruppe singender, tanzender Menschen vorbei kommen? – Das Kind bleibt stehen, guckt und tanzt mit. Oder Sie kommen an einer Baustelle vorbei und der Bagger hebt gerade ein tiefes Loch aus, das Kind bleibt stehen, schaut und nimmt die Bewegungen in sich auf. Zu Hause spielt es diese Szene nach, mit welchen Mitteln auch immer.

Die Kinder haben ein tiefgreifendes Interesse an den Vorgängen der Welt und eine große Freude oder Befriedigung daran, diese Vorgänge nachzuahmen. Die Sinneseindrücke und deren Verarbeitung legen damit die Grundlage für geistige und seelische Fähigkeiten. Alles, was dem Kind vorgelebt wird, nimmt es auf und verinnerlicht es. Der Erwachsene ist somit Vorbild. Die grundlegenden menschlichen Fähigkeiten wie Gehen und Sprechen lernt das Kind durch die Nachahmung.

Erziehungsgrundlage und Werkzeug der Waldorfpädagogik ist die Anthroposophie. Das Menschenbild der Anthroposophie, das der Waldorfpädagogik zugrunde liegt, sieht den Menschen gegliedert in Leib, Seele und Geist unter Berücksichtigung des jeweiligen Entwicklungsstadium des Menschen. Der pädagogische Umgang orientiert sich ganzheitlich an dieser Dreiheit des Menschen. Im Vordergrund steht für den Pädagogen, wie er dem Kind helfen kann seine eigene Individualität zu entdecken und zu entfalten. Die Waldorfkindergärten orientieren sich speziell an den Besonderheiten der ersten sieben Lebensjahre.

Besonderheiten der Waldorfpädagogik

Rudolf Steiners Erziehungsmotto fasst er selbst in folgenden Worten zusammen: "Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen." Die Erziehung zur Freiheit ist ein hohes Ideal und es bedarf einer genauen Kenntnis der kindlichen Entwicklung, damit dieses Ziel Realität werden kann.

In den ersten sieben Jahren ist das Kind noch ganz damit beschäftigt, die Welt und sich selbst kennen zu lernen. Es ist die Phase des größten körperlichen Wachstums. Für dieses Wachstum und die Reifung seiner Organe braucht das Kind viele Lebenskräfte. Diese Kräfte regenerieren sich in einem rhythmischen Tagesablauf, in dem sich Phasen der Aktivität mit Phasen der Ruhe regelmäßig abwechseln. Feste Tageszeiten für das Essen und Schlafen und eine gewisse gleichbleibende Struktur des Tages geben dem Kind Sicherheit und helfen ihm, seinen eigenen Rhythmus zu finden. Wenn sich jeden Tag der vertraute Ablauf wiederholt, kann das Kind abends einschlafen in der Gewissheit, dass morgen alles wieder seine Ordnung hat.

Von Besonderer Bedeutung in den ersten sieben Jahren sind also Rhythmus und Wiederholung. Der sich wiederholende, geregelte Ablauf eines Tages, einer Woche, sogar eines Jahres gibt den Kindern Sicherheit und Geborgenheit:

Jeder Wochentag im Waldorfkindergarten hat ein dem Tag entsprechendes Frühstück und wird durch eine besondere künstlerische Tätigkeit, z.B. Malen, Kneten, Musizieren hervorgehoben. (Tages- und Wochenrhythmus)

Der Jahreslauf wird in seiner Gliederung überschaubar durch die Vorbereitung und das Feiern der Feste. Die Kinder erleben diese durch das Spiel in der Natur, Reigen, Lieder, Märchen sowie die Raumgestaltung intensiv mit.

Im Waldorfkindergarten wird viel Wert auf die Pflege der Sprache und Bewegung gelegt. Kleine Verse, Finger- und Bewegungsspiele fördern die Entwicklung des Kindes.

Durch kindgemäße Spielsachen, die die Phantasie der Kinder anregen (z.B. Tücher, Spielständer, Kastanien, Holzklötze), Holzmöbel und warme Farben in der Raumgestaltung vermittelt der Kindergarten Harmonie und Geborgenheit.

Textauszüge teilweise übernommen von den Seiten
der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten (www.waldorfkindergarten.org).